Journalisten-Geld
Im „Spiel des Lebens“ von MB mussten die Spieler einen Beruf abschließen. Der mit Abstand bestbezahlte Beruf war der des Journalisten. Das Spiel ist veraltet. Finanziell ist Journalist kein Traumjob mehr: Nach und nach sind die Zeitungen aus dem Tarif ausgestiegen. Die Frankfurter Rundschau hat in ihren Kommentaren hart gegen die Leiharbeit angeschrieben – und sie im eigenen Haus selbst über Jahre schamlos praktiziert.
So verdient denn ein deutscher Journalist heute laut dem Fachportal Campusjaeger im Schnitt 4.120 Euro. Das hört sich erstmal solide an. Die Spreizung geht aber weit auseinander: Demnach liegt ein Viertel der Angestellten bei 7.000 Euro und drüber, während ein anderes Viertel unter 2.300 Euro bleibt. Wohlgemerkt für einen Job, für den in der Regel ein Studium vorausgesetzt wird. Es ist eine Frage des Alters, wer auf welcher Seite der Spreizung steht. Die Jüngeren arbeiten eher prekär, die Älteren genießen Bestandsschutz. Die Gründe für diese Spreizung liegen in der Tarifflucht und in der Leiharbeit, die schamlose Zeitungen wie die Frankfurter Rundschau nach den Hartz-Reformen einführten. Die Hüterin linker Moral zwang 2006 vor allem die jüngeren Journalisten in dieses Beschäftigungsverhältnis.
Nun galten die öffentlich-rechtlichen Sender lange Zeit als sicherer Hafen für Mitarbeiter: Die Bezahlungen waren bei ARD, ZDF und Co immer besser als bei den Privaten und die Staatsverträge schlossen gewisse Formen der Ausbeutung aus. Doch auch die öffentlich-rechtlichen Sender gerieten unter Kostendruck. Erstmals 2001 als Folge der damaligen Wirtschaftskrise, dann aber auch zunehmend wegen der bis dahin praktizierten Ausgabenpolitik.
TichyEinblick
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen