Das war einmal …
Welcher Schauspieler wird den Götz in Goethes "Götz von Berlichingen", insofern im Traditionsstück der Freilichtspiele in Jagsthausen, spielen? Diese Frage beherrscht jährlich die Region nicht das Volk, sondern speziell die regionalen Gazetten ...
Bisher herrscht an der Jagst die eine seltsame Theatertradition vor.
Dazu … Die Konkurrenz zwischen Freilicht und Film, TV, sozialen Medien, Sprechtheater, Oper, Ballett oder gar Musical ist dort heftig und kräftig ...
Da können sich moderne und zeitgemäße Kulturschaffende einen Götzdarsteller als Frau, als Kleinwüchsiger, als Behinderter, als Asiate, Inder oder als Schwarzer vorstellen.
Europa ist kulturell seltsam dekadent und hedonistisch - nachdem dieser Erdteil unter Führung Deutschlands vor über 70 Jahren aus „rassistischen“ Gründen Millionen Juden umgebracht hatte.
Ein jüdischer Schauspieler aus Israel wäre jetzt wichtig - vor allem zur Diskussion in Jagsthausen, weil über Jahre hinweg im Jagsthäuser Burgpark ein Gedenk-Stein an die 17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“ hinweg stand ... und plötzlich war der Scham verschwunden.
Aus Scham? Naja - mit der Tradition hat die Gemeinde Jagsthausen nicht so - weder im negativen wie auch im positiven Sinne.
Lieber nach dem Motto: Modern ist gefällt, weil es an Geld riecht...
Oder … anders gesagt … Jagsthausen hat ein stark unterentwickeltes historisches Bewußtsein.
OK - dieses Jahr soll ein Schwarzer aus der DDR einen deutschen Götz aus der Zeit vor 500 Jahren spielen.
In Afrika wird ein Held aus der afrikanischen Geschichte vor 500 Jahren garantiert auf einem afrikanischen Theater kein Weißer spielen - oder gar ein Araber.
Ebenso wird in Indien oder China oder gar in Japan ein Weißer einen Held aus der Geschichte dieser Länder spielen.
Wie sagte Churchill sehr ironisch nach dem Krieg über die Deutschen: "Man hat die Deutschen entweder an der Gurgel oder zu Füßen."
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