Freitag, 10. Juni 2022

07.06.2022 - Nicht gerade subtil

 Markus Lanz ist nicht gerade subtil. Findet er eine Meinung gut, pampert er den Gast, der sie vertritt, wie eine frischgebackene Oma ihren erstgeborenen Enkel. Bezieht ein Gast eine andere Meinung als seine, pöbelt Lanz wie ein Radfahrer auf dem Fußweg. Und fällt dem Gast schneller ins Wort als ein Felsbrocken in ein lawinengefährdetes Tal.

Lanz jüngstes Opfer ist am Donnerstag Ulrike Guérot geworden. Es ging um die Ukraine. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meinungen: Man kann sich für Waffenlieferungen aussprechen. Man kann Waffenlieferungen verhindern wollen. Kanzler Olaf Scholz (SPD) tut sogar beides. Was Guérot bei Lanz genau gesagt hat, ist schwer aufzudröseln. Vieles ging im Geschrei der anderen unter: „Die Frage ist, ob unsere Annahme …“ So weit kommt die Bonner Politikwissenschaftlerin. Dann fällt ihr Marie-Agnes Strack-Zimmermann ins Wort: „Wir haben überhaupt nichts anzunehmen!“ Strack-Zimmermann gilt als die militärische Expertin der FDP – vor allem im Bereich Kasernenhofton scheint sie fit zu sein.

Guérot spricht sich für die Kombination „Waffenstillstand und Verhandlungen“ aus. „Der Schlüssel zu diesem Krieg ist in Amerika“, sagt die Bonner Politikwissenschaftlerin. Deshalb müsse man den amerikanischen Präsidenten Joe Biden an einen Tisch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bringen. Dass dann über die Köpfe der Ukrainer hinweg gesprochen würde und die Ukrainer zu einem Kompromiss gezwungen würden, den sie in der Form nicht wollten, nimmt Guérot in Kauf. ... TE

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